Lions Club Kassel-Wilhelmshöhe
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Wilhelmshöher Lions-Gespräch - Prof. (em) Dr.- Ing. Werner Kleinkauf

Erneuerbare Energien und Nordhessen: globale und regionale Perspektiven
mit Prof. (em) Dr.- Ing. Werner Kleinkauf  

Am 13.11.2008 konnten wir zu unserem 3. Wilhelmshöher Lions-Gespräch im  Schlösschen Park Schönfeld Herrn Prof. Dr.-Ing. Werner Kleinkauf als Referent und Gesprächspartner für diesen Abend begrüßen. Neben seiner universitären Arbeit gründete er das Solarinstitut ISET und zusammen mit drei Mitarbeitern die SMA Technology AG. Er leitete damit die Erfolgsgeschichte des in Sandershausen und Kassel ansässigen Unternehmens ein. Dem Erfolgs- und Vorzeigeunternehmen SMA Solar Technology AG gehört Herr Prof. Dr.-Ing. Kleinkauf als Aufsichtsratsmitglied an.

Prof. Dr. Werner Kleinkauf engagierte sich während seines ganzen akademischen Lebens für die wissenschafliche Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien. Nachdem er bereits in Stuttgart die erste größere Forschungsgruppe zur Nutzung der Solarenergie etablierte, übernahm er 1976 eine Professur für Leistungselektronik an der Universität Kassel und baute dabei das Fachgebiet Elektrische Energieversorgungssysteme (EVS) auf. Durch seine Forschungstätigkeit gab es bereits Ende der 70er Jahre Erkenntnisse über die elektrische Regelung von Windstromanlagen. In den 80er und 90er Jahren forschte Prof. Kleinkauf intensiv an der elektrischen Systemtechnik für die Solarenergie und insbesondere für dezentrale Stromversorgungsanlagen, womit er schon früh die Wichtigkeit der Strukturen eines Energiesystems erkannte.

Neben seiner universitären Arbeit gründete er zusammen mit drei Mitarbeitern die SMA Technologie AG, eine Firma für dezentrale Energieversorgungstechnik, und 1988 das hessische Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET), das er zehn Jahre lang leitete. Das ISET konnte sich inzwischen als weltweit führendes Forschungsinstitut in der elektrischen Systemtechnik Erneuerbarer Energien etablieren. Seit 1999 konzentriert sich Prof. Kleinkauf wieder ganz auf sein Fachgebiet EVS an der Universität Kassel. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes engagiert sich in unzähligen weiteren Initiativen und Verbänden, und arbeitet dabei an seiner Idee des Baukastenprinzips zur dezentralen Elektrifizierung mit Erneuerbaren Energien. Für sein engagiertes Wirken und vor allem für seine Erkenntnisse in Bezug auf ein dezentrales Energiesystem, dass zur Zeit aktueller denn je ist, wird Prof. Kleinkauf mit dem Europäischen Solarpreis 2006 geehrt.

Der Bogen war weit gespannt: Er begann vor Ort hier in unserer Region Kassel und endete bei Fragen der weltweiten, umweltfreundlichen Versorgung mit Strom. Dass Umweltschutz und kommerzieller Erfolg sich nicht gegenseitig behindern müssen, konnte prof. Kleinkauf dabei eindrucksvoll beweisen und, dass auch unsere Region mit echten technologischen Highlights glänzen kann.

Strom aus der Sonne hat heute längst den Weg von den Wunschträumen in die tägliche Praxis gefunden. Bei der Photovoltaik – wo direkt mit Hilfe von Photozellen aus Licht Strom entsteht – kennt jeder die typischen blauen Sonnenkollektoren auf Dächern oder freien Flächen von Solarkraftwerken. Neben diesen sichtbaren Teilen, spielen die notwendigen Wechselrichter die entscheidende Rolle, denn aus Sonnenzellen kommt Gleichstrom aber aus unseren Steckdosen wird überall auf der Welt Wechselstrom erwartet. Die von Prof. Kleinkauf mit gegründete Firma SMA Technology AG ist mittlerweile mit Abstand Weltmarktführer in dieser entscheidenden Schlüsseltechnologie. Die Wechselrichter und Steuerungselektronik muss dabei nicht nur mindestes 20 Jahre wartungsfrei arbeiten – so lange halten mindestens auch Solarzellen – sie soll auch nur möglicht wenig Strom selbst bei diesem Übersetzungsprozess für sich verbrauchen.

Wie wichtig diese umweltfreundliche und absolut praxistaugliche Gewinnung von Strom weltweit ist, zeigten Beispiele für dezentrale Stromversorgungssysteme nach dem Baukastenprinzip. Praktisch überall auf der Welt, wo ausreichend Sonne scheint, kann so ein lokales Stromnetz entstehen, das mit der selben Qualität und Verfügbarkeit handelsüblichen Strom aus der Steckdose liefert, auch wenn die Region nicht über globale Stromnetze mit üblichen Großkraftwerken verbunden ist. Baukastenprinzip heißt dabei auch, dass sich die Anlagen problemlos in Stufen erweitern lassen und, wenn die Region tatsächlich auch an ein globales Stromnetz des Landes angeschlossen wird, den erzeugten Strom auch dorthin abgeben kann.

Hightech aus Nordhessen sorgt somit auch im 21. Jahrhundert, dass die Lichter nicht ausgehen müssen.

Der Erlös dieses Abends ist den bedürftigen Kindern und Jugendlichen unserer Stadt zugute gekommen.

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